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Hotelgeflüster - an der Tür gelauscht ...
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Die ältesten Hotels in Deutschland - Teil II

Exklusiv, kosmopolitisch und nobel

Weiter geht es in unserer Reihe über die ältesten Hotels in Deutschland, denn mit den drei Traditionshäusern, die wir Ihnen zuletzt vorgestellt haben – dem Rothen Hahn in Rothenburg, dem Roten Bären in Freiburg und dem Sanct Peter in Bad Neunahr-Ahrweiler – ist die Liste längst noch nicht vollständig. Nachdem im letzten Beitrag Bodenständigkeit und Familientradition im Fokus standen, stellen wir Ihnen heute drei noble, elegante und weltweit bekannte Häuser vor.

Touristen aus der ganzen Welt lieben deutsche „Gemütlichkeit“, die rustikale Atmosphäre historischer Häuser, in denen man den Familienstammbaum der Wirte über viele Generationen zurückverfolgen kann. Fachwerk und Butzenscheiben, Zinnteller und keramische Bierseidel oder funkelnde Römer prägen das Bild. Vor allem im Rhein-Main-Gebiet, in Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern lassen sich solche Hotels finden. Doch bei aller Liebe zu derart handfestem, vom Brauchtum geprägtem Ambiente – in Deutschland gibt es natürlich auch hoch elegante, internationale und exklusive Hotels. Manche von ihnen können nicht nur auf eine lange Geschichte, sondern auch auf eine Reihe prominenter Gäste zurückblicken, von gekrönten Häuptern bis zu Künstlern, Intellektuellen und Stars.

Grand Hotel Heiligendamm

Das Grand Hotel Heiligendamm in Bad Doberan an der mecklenburgischen Ostseeküste ist ein solches Haus: Hier übernachtete im 19. Jahrhundert der europäische Hochadel einschließlich der russischen Zarenfamilie. Aber auch Künstler wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Theodor Fontane und Rainer Maria Rilke zog es in die „Weiße Stadt am Meer“. Schließlich ging auch deren Gründung auf die Anregung eines berühmten Denkers zurück: 1793 fragte der Göttinger Physikprofessor und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg nach seiner Rückkehr aus England in einem Zeitungsartikel, warum Deutschland eigentlich noch kein Seebad hätte. Die Mecklenburger reagierten schnell und gründeten in Heiligendamm das erste Seebad Kontinentaleuropas. Vom britisch geprägten Flair und der aristokratischen Eleganz von einst lebt das Haus bis heute. Neben dem Komfort und Service eines Luxushotels, bildschönen Zimmern mit Meerblick und erstklassiger Kulinarik legt man hier Wert darauf, den Gästen auch ein anspruchsvolles Kulturprogramm mit namhaften Künstlern anzubieten.

Hotel Elephant Weimar

Nach umfangreicher Renovierung wurde das Hotel Elephant in Weimar im Oktober 2018 neu eröffnet. Es blickt auf eine lange Geschichte zurück: Im Herzen der Stadt am historischen Marktplatz gelegen, wurde es 1696 von Christian Andreas Barittig gegründet, dem bereits das direkt daneben liegende Lokal „Zum Schwarzen Bären“ gehörte – ein Haus, das ebenfalls bis heute erhalten ist. Als Weimar im 18. Jahrhundert zum Zentrum des deutschen Geisteslebens wurde, gab sich das „Who’s Who“ aus Literatur und Kunst hier die Klinke in die Hand: Goethe, Schiller, Wieland, Herder; später, im 19. Jahrhundert dann Grillparzer, Franz Liszt und Richard Wagner. Doch keine Sorge: Vor Ehrfurcht erstarren angesichts solch großer Namen muss man nicht als Gast. Die Atmosphäre ist weder weihevoll noch streng, sondern entspannt und von zeitgemäßer klassisch-moderner Eleganz.

Hotel Adlon Berlin
Hotel Adlon Berlin *Bildquelle Wikipedia

Hotel Adlon Berlin

Last but not least: Das berühmte Hotel Adlon in Berlin darf natürlich nicht fehlen, wenn man von den elegantesten und anspruchsvollsten Traditions-„Herbergen“ in Deutschland spricht. Zu den ältesten Hotels in Deutschland gehört es zwar nicht, denn gegründet wurde es erst 1907. Doch ist es so eng mit der deutschen Geschichte verbunden, dass man es in einer Reihe über historische Hotels einfach erwähnen sollte. Kaiser Wilhelm II. fror in den kalten Berliner Wintern in seinem Stadtschloss und flüchtete bekanntermaßen ins Adlon, das mit dem höchsten Komfort ausgestattet war, der zu seiner Zeit denkbar war. Dazu gehörte nicht nur fließendes Wasser in jedem Zimmer, sondern auch eine elektrische Heizung. Später, in den „Golden Twenties“, stiegen hier Stars wie Charlie Chaplin und die gerade entdeckte Marlene Dietrich ab. Nach einem wechselvollen Schicksal während NS- und DDR-Zeit wurde das Adlon 1997 im wiedervereinigten Deutschland neu eröffnet und gehört heute zur Kempinski-Gruppe.