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Hotelgeflüster - an der Tür gelauscht ...
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Das Hotel als Home Office

Ort der Muße und Inspiration

Warum Schriftsteller und andere Kreative so gern eine Auszeit im Hotel nehmen.

Vor Kurzem haben wir uns gefragt, warum verrückte V.I.P.s wie Udo Lindenberg ein Hotel zur Dauerresidenz erhoben haben und überhaupt kein Bedürfnis nach einem privaten Wohnsitz verspüren. Zugegeben: Da haben wir den Fokus auf Exzentriker gelegt. Heute soll es stattdessen um das „ganz normale“ Bedürfnis gehen, sich hin und wieder von seinem privaten Refugium zu distanzieren, für eine gewisse Zeit zu Hause aus- und im Hotel einzuchecken, weil es sich hier einfach gut nachdenken, arbeiten und kreativ sein lässt.

Home Office mal anders

In Corona-Zeiten ist das Thema Home Office aktuell wie nie zuvor. Was früher vor allem Frauen kannten, die von zu Hause aus arbeiteten, rückt nun zunehmend auch in den männlichen Blick: das Problem nämlich, zu Hause zwar einen schönen Arbeitsplatz mit umfangreicher technischer Ausstattung zu haben, vielleicht sogar ein eigenes Büro, sich aber dennoch nicht konzentrieren zu können. Wer Kinder hat, für den ist das natürlich doppelt schwer, wenn nicht unmöglich. Doch auch ohne große Familie, als Paar, in einer WG, selbst als Single kennt man den Drang, bei einer Schreibblockade „schnell noch“ eine Maschine Wäsche zu waschen, das Gartenhaus aufzuräumen oder schon mal das Gemüse fürs Abendessen zu putzen …

Kein Alibi für Aufschub

So mag das eigene Heim zwar gerade dann, wenn man endlich seinen ersten Roman zu Papier bringen will, glänzen wie nie zuvor – dem nächsten Kapitel kommt man damit aber keine Zeile näher. Nichts lenkt so sehr vom kreativen Schaffen ab wie Haushaltspflichten. Sich für ein paar Wochen in ein Hotel zurückzuziehen, kann da eine wunderbare Lösung sein. Angehörige der schreibenden Zunft wussten das zu allen Zeiten. Wolfdietrich Schnurre schilderte immer wieder, wie er mit schlechtem Gewissen kämpfte, wenn er sich für längere Zeiten in seinem häuslichen Büro abschottete. Thomas Manns feste Tagesroutinen sind Legende. Die Kinder durften nur auf Zehenspitzen in die Nähe seines Arbeitszimmers. Der Großmeister der deutschen Literatur zog sich deshalb gern ins Hotel zurück, sei es ins Berliner „Adlon“ oder ins legendäre „Waldhotel Sils“ im Engadin. Doch selbst hier war es ihm gelegentlich zu laut. Vielleicht hätte er ein weniger mondänes, eher familiär geführtes Haus wählen sollen?

Ruhe, Komfort und Luxus

Ob groß oder klein, elegant oder gemütlich – in jedem Fall ist ein Hotel der Ort, wo einem lästige Alltagspflichen von professioneller Hand abgenommen werden. Wäsche waschen, Putzen, Kochen: Im Hotel ist man von diesen Tätigkeiten befreit und kann sich völlig ungestört seiner eigentlichen Arbeit widmen. Joseph Roth schrieb dazu einmal, er liebe „das Unpersönliche“, das so ein Hotelzimmer an sich habe.
Wieviel Gesellschaft man sucht, entscheidet man im Hotel selbst. Sollte es einem doch einmal zu ruhig werden in seiner Arbeitsklause, kann man in der Lobby interessante Menschen beobachten, an der Bar eine kleine Plauderstunde einlegen oder im Restaurant ein mehrgängiges Menü genießen. Um sich anschließend wieder in sein Zimmer – oder seine Suite – zurückzuziehen, wo das Bad bereits geputzt, das Bett gemacht, die Kleidung frisch gebügelt ist. Ein herrlicher Luxus, nicht nur für Künstler!
Das Hotel Neumayr in München Großhadern beheimatet Sie gerne als Langzeitgäste.