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Home Office im Hotel

Gekommen, um zu bleiben

Das Hotel als Dauer-Domizil: eine attraktive Alternative zum Privatwohnsitz

Klar, ein hanseatischer Sänger mit unvermeidlichem Hut und unverkennbar nöliger Stimme kommt einem sofort in den Sinn, wenn es um „Menschen im Hotel“ geht: Schließlich hat Udo Lindenberg seine Wohnung im Hamburger Luxushotel „Atlantic“ schon seit vielen Jahren zur Dauerresidenz erhoben. Dass er aber längst nicht der Einzige ist, für den diese Lebensform interessant ist, beweist unsere Liste der prominenten Dauerbewohner.

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Bühne für Show People

Udo Lindenberg begründete seine Lebensform einmal mit dem Satz: „Die Lobby ist wie eine Bühne, man erlebt den großen Auftritt und den betretenen Abgang. Von Politik bis Pop-Biz, von Star bis Starlet, von Hochstapler bis Drogenbaron – alles ist da! Action ohne Ende!“ Originell und exzentrisch wie der Musiker selbst ist für ihn also auch das Leben im Hotel. Sieht man es von dieser Seite, so überrascht es nicht, dass auch andere Entertainer und Stars ein Hotel zu ihrem ständigen Domizil gemacht haben. Michael Jackson zum Beispiel lebte jahrelang im New Yorker „Four Seasons Hotel“, Curd Jürgens etwas behäbiger im Wiesbadener „Grand Hotel Nassauer Hof“. Auch Boris Becker wohnte einige Jahre dauerhaft im Münchner Hotel „Palace“ nahe der Prinzregentenstraße.

Rückzugsort für Künstler

Doch das Leben im Grand Hotel hat nicht nur eine glanzvolle und spektakuläre Seite, die es zum Anziehungspunkt für Menschen macht, die den großen Auftritt lieben. Ganz im Gegenteil: Ein gutes Haus ist immer zugleich auch ein Ort der Stille und eine Rückzugsmöglichkeit für Menschen, die normalerweise im Rampenlicht stehen. Diskretion und Privatheit sind oberstes Gebot. Und das schätzen nicht nur Prominente, die Schutz vor Paparazzi suchen.
Auch für Kreativschaffende und Künstler sind sogenannte „Hideaways“ erstklassige Orte, um sich ganz in Ruhe ihren Gedanken und ihrer denkenden, malenden oder schreibenden Tätigkeit zu widmen. Das „Oriental“ in Bangkok zählte im 20. Jahrhundert so viele Schriftsteller zu seinen Dauergästen, dass heute ein ganzer Flügel des Hotelgebäudes nach ihnen benannt ist: „Author’s Wing“ beherbergte einst Größen der schreibenden Zunft wie Graham Greene, William Somerset Maugham oder James Michener.

Hotelzimmer in Hamburg

Übergangslösung auch für "Normalos"

Auch für gewöhnliche Sterbliche kann es eine gute Lösung sein, einige Wochen oder Monate im Hotel zu verbringen: etwa, wenn der Einzug ins neue Haus sich unerwartet verzögert oder ein beruflicher Wechsel für eine Pendelsituation sorgt und eine Wohnung am neuen Standort noch nicht gefunden ist. Viele Firmen übernehmen die Kosten für die Hotelunterbringung neuer Mitarbeiter, wenn diese gefragte Spezialisten sind, die man unbedingt ins Unternehmen holen möchte. Und auch, wenn es sich beim mehrwöchigen Aufenthalt im Hotel nur um eine Interimslösung handelt und man sich schon auf das private neue Zuhause freut – es gibt wohl kaum jemanden, der während der Wartezeit den Luxus, den Service und das Gefühl, rundum verwöhnt zu werden, nicht genießt.

Weitere bekannte Persönlichkeiten ...

Die Modedesignerin Coco Chanel lebte rund 35 Jahre in dem Luxushotel Hôtel Ritz in Paris

Das Fairmont Miramar Hotel im amerikanischen Santa Monica zählte die Schauspielerin Greta Garbo zu den ersten berühmten Bewohnern. Sie mietete sich für vier Jahre hier ein.

Der Fotograf Gunther Sachs bewohnte im Fünf-Sterne-Haus "Schloss am Wörthersee" (heute Schloss Velden) ein Appartement auf Lebenszeit. Er war für einen Zeitraum von 13 Jahren sogar Besitzer des Hotels.

*Bildquelle: Wikipedia